Dohnal, Johanna

(1939-2010)

„Aus taktischen Gründen leise zu treten, hat sich noch immer als Fehler erwiesen.“

Heute möchte ich an eine Frau erinnern, einer Heldin meiner jungen Jahre, der ich sehr dankbar bin für ihre politische Arbeit, die sie mit großem Engagement unter schwierigen Bedingungen über Jahrzehnte für Frauen (und Männer und Kinder) in Österreich geleistet hat.

Es ist unglaublich, wenn man sich die Zeit nimmt, zurückzublicken, was in meiner Kindheit und Jugend noch keineswegs selbstverständlich war und worauf sie unermüdlich den Blick der Öffentlichkeit hinlenkte:

auf den Schutz der Frauen vor Gewalt, körperlichen und sexuellen Missbrauch, auf finanzielle Ungleichheit, Ausbeutung, Machtverteilung, uvm.

Ihr und ihren vielen Mitstreiterinnen und Kämpferinnen verdanken wir die Gründung von Frauenhäusern, der Forderung nach Kinderbetreuungsmöglichkeiten, dem Mutterschutz für Landwirtinnen und selbstständigen Frauen, die Tatsache, dass uneheliche Kinder nicht mehr der automatischen Amtsvormundschaft unterliegen, die erbrechtliche Gleichstellung von ehelichen und unehelichen Kindern, das Verbot von Diskriminierung am Arbeitsplatz, die Anrechnung von Kinderbetreuungszeiten für die Pension, uvm. (Diese Liste ist keineswegs vollständig).

„Frauen haben sich die ganze lange Geschichte des Patriarchats an Gewalt gewöhnt, ja vielleicht gewöhnen müssen. Dennoch: Was heute immer noch viele Frauen ihren Söhnen entschuldigen, Ihren Partnern oder Männern verzeihen und ihren Töchtern als Opferverhalten anerziehen, wirkt gegen die Unabhängigkeit und Würde von Frauen.“

(Johanna Dohnal, Auftaktmatinee anlässlich 16 Tage NEIN zu Gewalt an Frauen, 25.11.2001)

Sabine Derflinger hat ein sehenswertes Portrait über „Die Dohnal“ geschaffen, wofür die Künstlerin mit dem „Diagonale-Preis“ ausgezeichnet wurde:

„Ich denke, es ist Zeit, daran zu erinnern: Die Vision des Feminismus ist nicht eine „weibliche Zukunft“. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.“

(Johanna Dohnal, Gastvortrag an der Technischen Universität Wien, WIT-Kolloquium 22. März 2004)

Alle Zitate sind der Seite: johanna-dohnal.at entnommen.

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