
Der Valentinstag hat ein Image-Problem, finde ich.
Er kündigt sich (seit Wochen im Handel) an, mit oft wenig ansprechenden Blumengestecken, überzuckerten Geschenken und in Massen produzierter Schokolade.
Das finde ich schade, denn die Gedanken hinter dem Kommerz wären es schon wert, geschätzt zu werden.
Der 14. Februar
Der Ursprung des Valentinstags ist alles andere als eindeutig. Es gibt mehrere Heilige namens Valentin, um die sich Erzählungen, Zuschreibungen und Botschaften ranken.
Valentin ist der Patron der Jugend, Liebenden, Reisenden und Imker, so lese ich auf einer katholischen Website. Und außerdem „für Bewahrung jungfräulicher Unschuld, gute Verlobung und Heirat; gegen Ohnmachtsanfälle, Wahnsinn, Epilepsie, Gicht, Pest und Gebärmutterkrankheiten“ zuständig – ein breites Betätigungsfeld.
Romantik kam erst später dazu – gemeinsam mit der Idee, Liebe messbar zu machen: in Geschenken, Gesten, Erwartungen.
Liebe darf gerne zelebriert werden, so finde ich. Über die Art, dies zu tun, können wir uns vielleicht neue Gedanken machen.
Der 7. Februar ist Rosentag
In manchen Teilen der Welt feiert man den Valentinstag nicht an einem einzigen Datum.
In Indien zum Beispiel wird gleich eine ganze Woche daraus.

Der Auftakt: Rose Day am 7. Februar.
Rosen werden verschenkt – ja.
Aber nicht ausschließlich an Liebespartner. Auch an Freundinnen, Kolleginnen, Menschen, die einem etwas bedeuten.
Ich mag diese Idee.
Liebe nicht auf eine Beziehung zu reduzieren, sondern sie zu verteilen. Großzügig. Weit.
Und es müssen nicht immer Rosen sein.
Vielleicht ist es eine Karte (der 7. 2. ist in den USA auch der Send a Card to a Friend Day).
Oder ein Kompliment.
Ein paar handgeschriebene Zeilen.
Zeit. Aufmerksamkeit. Raum.
Liebe ist mehr als Romantik
Während bei uns der 14. Februar oft auf Paare zugeschnitten ist, zeigen andere Feiermöglichkeiten etwas sehr Entlastendes:
Liebe hat viele Gesichter.
In den USA etwa gibt es den Galentine’s Day – gefeiert wird am 13. Februar.
Ein Tag für Freundinnen.
Um weibliche Unterstützung zu feiern, Lachen, Teilen von Ups and Downs, Rückhalt.
Viele meiner phänomenalen Frauen nutzen inzwischen meine Workshop-Reihe Phenomenal Women Write! genau dafür:
zu gemeinsamen Schreib-Treffen, als Journaling-Deluxe-Abende mit ihrer Freundin, als Raum für Austausch, Tee und Tiefe.
Was für eine schöne Entwicklung – love it!
Die wichtigste Beziehung bleibt oft unerwähnt
Überraschung: Du kommst in den meisten Valentinstagsnarrativen gar nicht vor.
Dabei ist die Beziehung zu dir selbst die längste, anspruchsvollste und prägendste deines Lebens.
“To love oneself is the beginning of a lifelong romance.”
Oscar Wilde
Vielleicht wäre der 14. Februar ein guter Moment für eine leise Würdigung dieser Verbindung.
Er hat mehr mit Mut als mit Romantik zu tun
In vielen Erzählungen geht es um einen Valentin, der gegen Regeln gehandelt hat. Er soll verbotenerweise junge Liebende getraut haben. Heimlich. Überzeugt.
Nicht angepasst, doch innerlich klar.
Vielleicht ist der Valentinstag also weniger ein Tag der Paare –
sondern ein Tag für Menschen, die ihrem Herzen trauen.
Die ihre Werte leben.
Die Gutes tun, auch wenn es unbequem oder ungewöhnlich ist.
Was liebst du, das niemand sieht?
Eine Idee.
Ein Buch.
Eine Farbe.
Eine Sprache.
Ein noch unfertiges Projekt.
Manche Lieben brauchen keine Zeugen.
Nur Aufmerksamkeit.

Vielleicht brauchen wir mehr Liebesformate
Mehr Tage, an denen wir
– Dankbarkeit ausdrücken
– Zuneigung zeigen
– Nähe pflegen
– Wertschätzung üben
Ohne Herzchen-Zwang. Ohne Erwartungsdruck.
Vielleicht sogar einen Tag für die Liebe zu dem, was wir lernen.
Oder erschaffen.
Oder noch nicht ganz verstehen.
Mein Vorschlag
Warum nicht die Valentinswoche neu besetzen?
- 7. Februar: Rosentag – eine kleine Geste für jemanden, der dein Leben heller macht
- 8. Februar: Mut, zu den eigenen Werten zu stehen – Tag
- 13. Februar: Galentine – feiere deine Freundinnen
- 14. Februar: Eigenliebe oder Wahl-Liebe
- Ein beliebiger Tag danach: Liebe zum Unfertigen, zum Lernen, zum Wachsen
Liebe ist kein Datum.
Aber sie freut sich über Aufmerksamkeit.
Vielleicht ist das die schönste Art zu feiern:
bewusst. weltreichend. frei.
Alles Liebe
Gudrun 🌹
Keep learning. Keep writing. Keep shining.
P.S.: Save the date: Am 18. 2. schreiben wir in der Stadtbibliothek Reutte zum Thema „Love is all you need“ – du bist herzlich willkommen!
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