Weniger entscheiden, mehr leben – was wir von Nudeltagen lernen können

Kärntner Nudel machen – ein Liebesdienst

„Montag Nudeltag, Dienstag Strudeltag, …“

Kennst du dieses alte Lied?

In meiner Jugend in Osttirol hatte ich oft gehört: „Montag ist Waschtag. Um 12.00 gibt es Mittagessen und zwar täglich Suppe und Hauptspeise, vor Weihnachten und Ostern einen Ausnahmezustand im Sinne von gründlichem Hausputz, am Sonntag Kaffee und Kuchen.“

Damals war dies für mich der Inbegriff von Enge und spießig. Und ich erinnere mich noch an mein inneres Augenrollen.

Warum sollte man nicht Wäsche waschen, etwas sauber machen, essen, wenn man Zeit und Lust dazu hat?

Je fortgeschrittener ich werde im Leben (sprich älter), desto mehr erkenne ich den Wert dieser Systeme. Sie führen dadurch, dass alles seinen Platz hat, zu Ruhe, Rhythmus und Effizienz. Und somit zur Klarheit.

Man wusste, was einen erwartet – keine Decision Fatigue (Entscheidungsmüdigkeit) weit und breit.

Was ich bei mir trotz all des Planungsgeschicks feststelle, ist, es gibt sie und zwar zahlreich: Die offenen „Tabs“ in meinem Kopf. Die Gedanken an morgen, übermorgen, irgendwann. Auch wenn ich alles schriftlich im Kalender habe. Und diese hatten meine Vorfahren nicht (in dem Ausmaß), sie wussten genau, was wann drankommt. Und dass es müßig ist, sich zu Ostern Gedanken über Weihnachten zu machen und umgekehrt.

Vielleicht ist es eine gute Idee, die Qualitäten dieser Tradition mit all den Benefits zu übernehmen – natürlich nicht rigide, sondern modern und aufs eigene Leben zugeschnitten.

Drei kleine Ideen für mehr Leichtigkeit im Alltag

1. Ein System etablieren mit Wenn-dann-Ritualen

Zum Beispiel: immer wenn ich auf meinen Morgenkaffee warte, bis meine Filtermaschine geruht, ihn gemächlich durchlaufen zu lassen, räume ich den Geschirrspüler aus. Wenn ich aufwache, schreibe ich. Wenn ich etwas ins Haus hineinbringe, lege ich es sofort an den richtigen Platz. usw.

2. Entscheidungen nur einmal treffen

Ein Freund erzählte mir von seiner Kindheit: „Ein Jahr fuhren wir in die Berge, ein Jahr ans Meer.“ – also abwechselnd den Wünschen seines Vaters und seiner Mutter entsprechend. Eine Entscheidung – und Klarheit für immer, statt jedes Jahr neu zu überlegen und zu verhandeln.

3. Tage mit einem Fokus versehen

Am Montag konzentriere ich mich auf Ordnung, am Dienstag aufs Einkaufen, am Mittwoch auf Admins.

Dabei geht es nicht darum, Erwartungen von außen zu erfüllen, sondern für sich ein maßgeschneidertes Leben zu entwickeln, und es sich leichter zu machen.

Damit mehr Kraft, Geld, Energie und Zeit dafür bleiben, sich etwas Wunderbares zu gönnen.

Wie zum Beispiel einen schönen Schreibabend, ob alleine mit Tee, Notizbuch und Füllfeder, auf den Spuren berühmter Autorinnen das eigene entdecken.

Oder sich gemeinsam mit einer Freundin Journaling Deluxe zu gönnen, sich auszutauschen und über kluge Erkenntnisse zu freuen.

Meine Phenomenal Women Write-Autorinnen, im Bullet Journal habe ich die Idee dazu ausgearbeitet.

Meine Empfehlung für diese Woche:

Schreibe mit meinem Phenomenal Women Write! Programm, diese Woche inspiriert von  „Deutschsprachigen Dichterinnen“.

Ingeborg Bachmann: Die Große mit Kärntner Wurzeln (wie ich) und internationaler Reichweite und Reputation – eine Suchende zwischen äußerer und innerer Heimat.

Elfriede Jelinek: Provozierend, politisch aktiv und aktuell, und gleichzeitig die gute Tochter – ein Spagat, den viele von uns kennen (und können).

Sophie la Roche: Eine der Vorfahrinnen, Wegbereiterinnen, Aufklärerin in vielerlei Hinsicht – spannend zu entdecken, inwiefern Entscheidungen von Frauen vor hunderten Jahren noch immer auf unser Leben wirken.

Vielleicht magst du dich von einer von ihnen begleiten lassen –
nicht, um „mehr zu leisten“,
sondern um dich selbst ein Stück klarer zu hören.

Hier kannst du mich beim Gestalten und Aufzeichnen der Workshops sehen

Wenn du dir dafür einen liebevoll gestalteten Raum wünscht: Bis Ostern sind alle Module vergünstigt erhältlich. Du kannst sie ganz in deinem Tempo nutzen – für kleine Auszeiten und große Gedanken.

Oder sie einer besonderen Frau schenken. Diese Workshops eignen sich auch wunderbar für eine Freundin, Schwester, Mutter, Tochter, Kollegin.

Hab einen feinen Frühling.
Säe jetzt das, was du später ernten möchtest.

Alles Liebe
Gudrun

P.S.: Teile doch in den Kommentaren, welche Gepflogenheiten in deiner Kindheit und Jugend üblich waren? Hast du sie in dein Leben mit übernommen, vielleicht in deiner ganz eigenen, modernen Version?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert