„Baba und fall ned …“

Friedrich_Schweiger: Das Bild ist ein Jahr alt – so sehe ich derzeit nicht aus

Ich bin gestürzt. Ein falscher Schritt, und ich lag unsanft am Boden.

Es ist nichts Ernstes passiert, außer dass ich sehr erschrocken war, Prellungen und Schürfwunden habe und zwar so, dass die Gesichtserkennung an meinem Handy mein Gesicht nicht mehr erkennt. 😉

So elegant war es bei mir nicht – Foto: Unsplash: Ashley Bean

Warum es mir trotzdem richtig gut geht, liegt an folgenden Erkenntnissen:

1. Weil es sie gibt: die guten Menschen.


Ich bin jedes Mal wieder berührt, wenn ich auf sie treffe. Johann, der mir aufgeholfen hat.
Mein Mann, der mich mit ruhiger Klarheit ins Krankenhaus „komplimentiert“ hat (eine echte Meisterleistung).
Der Notarzt, für den meine Blessuren Alltag sind – und der mir trotzdem mit Geduld und Freundlichkeit begegnet ist.
Familie, die die richtigen Worte findet.

So viel Selbstverständlichkeit.
Und doch so viel Wert.

2. Weil mein Körper deutlicher spricht als jedes Planungssystem.

Kennst du das?
Du weißt, dass du es ruhiger angehen solltest.
Pausen machen. Luft holen. Dir Zeit für dich nehmen.

Und dann:
„Nur noch schnell …“ oder „Wenn ich das erledigt habe, dann aber …“

Ich auch.

Bis mein Körper sagte: Jetzt.

Ich musste an diesen Spruch denken:

„Geh du vor“, sagte die Seele zum Körper,
„auf mich hört sie nicht. Vielleicht hört sie auf dich.“
„Ich werde krank werden, dann wird sie Zeit für dich haben“,
sagte der Körper zur Seele.
(Ulrich Schaffer)

Erwischt.

Mein Körper hat kurzerhand meine Termine gecancelt.
Und ehrlich gesagt: sehr konsequent.
Nicht einmal Videocalls sind derzeit eine gute Idee. 😉

3. Weil Heilung keine Eile kennt.

Es fasziniert mich, wie mein Körper einfach weiß, was zu tun ist. Er macht sich in Ruhe daran, seinen Reparaturmodus zu aktivieren. Das Einzige, was ich tun muss, ist, ihm dabei nicht in die Quere zu kommen (mit Ungeduld und Beschleunigungsoptimierungsphantasien)

Reparieren.
Versorgen.
Neu ordnen.

Ganz ohne mein Zutun.

Meine einzige Aufgabe?

Unsplash – Road ahead

Keine Ungeduld.
Kein „schneller wieder funktionieren wollen“.

Nur: Sein lassen.


4. Weil Haltung alles verändert.

Der Philosoph Epiktet sagt:


„Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern die Vorstellungen und Meinungen von den Dingen.“

Manchmal mag dieser Satz zynisch wirken und unglaubwürdig.

Aber gerade jetzt bewahrheitet er sich für mich.

Es geht mir blendend, auch wenn ich nicht so aussehe.

Ja, meine Pläne werden gerade durcheinandergewirbelt, aber lesen, zeichnen und vor allem schreiben gehen immer.

5. Weil das Leben nicht nur aus Glanzmomenten besteht.

Wenn wir in Hochglanzmagazinen blättern, durch Social Media scrollen oder im TV Berühmtheiten sehen, könnte man glauben, das Leben sei ein einziges Fest, eine niemals endende Party, bei der ein Highlight das andere jagt, bei dem es keine Fallen und kein Fallen gibt. Aber wir wissen es besser.

Wir alle haben lichte und dunkle Momente. „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel.“ heißt es im Film Forrest Gump. Und ja – manchmal erwischen wir eben mehrere Ildefonsos hintereinander. 😉

Auch meine großartigen Lieblingsautorinnen kennen und kannten die Schattenseiten.

Margaret Atwood: die kanadische Meisterin der Zukunftsprognosen – die in ihren Bestsellern die Entwicklungen derzeit in den USA erschreckend genau vorhergezeichnet hat. (schon in den 80er Jahren)

Astrid Lindgren: die uns mit Michel Lönneberga, Pippi Langstrumpf und Bullerbü Kindheitsidylle geschenkt hat und deren eigenes Leben durchaus dramatische Herausforderungen für sie bereithielt

Rupi Kaur: die uns begeistert mit klaren Texten, unsere Wahrnehmung von Literatur erweitert und uns einen Blick in die Zukunft der Poesie werfen lässt.

Und vielleicht ist genau jetzt ein guter Moment,
dir selbst ein kleines Stück Raum zu schenken.

Kein großes Vorhaben.
Kein „Jetzt aber richtig“.

Sondern ein paar stille Minuten.
Ein Stift.
Gedanken, die kommen dürfen.

Wenn du Lust hast, dich dabei begleiten zu lassen und wenn du neugierig bist und inspiriert von diesen Autorinnen deine eigene Schreibzeit in deinem Tempo genießen möchtest und dir oder einer Freundin, Schwester, Mama, Tante (und mir 😉) eine Freude machen möchtest, dann buche hier dein Journaling Deluxe Modul.

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Hab eine schöne Karwoche!

Und heute verabschiede ich mich auf gut österreichisch mit:

„Baba und fall ned!“

Deine Gudrun

  1. Liebe Gudrun, gute Heilung und viel Geduld wünsche ich dir.

    1. Liebe Ramona, ich danke dir herzlich!

  2. Avatar von Burgi Urschitz
    Burgi Urschitz

    Liebe Gudrun,
    wie recht du hast mit der Annahme, dass unser Körper zeigt, was gerade jetzt sein darf!
    Und schön, dass Dinge, die dir gut tun für dich trotz allem möglich sind. Genieße das so gut du kannst!
    Freilich wünsche ich dir auch Geduld und gute Besserung.
    Burgi

    1. Danke, liebe Burgi – und ja, das ist jetzt einmal ganz deutlich. Hab eine feine Zeit und alles Liebe, Gudrun

  3. Liebe Gudrun, ich wünsche dir von Herzen gute und schnelle Besserung … Ja, der Körper meldet sich schon, wenn er Ruhe braucht, und wir mal wieder nicht genug auf die Seele hören … aber sehr schön, wie du aus einem unangenehmen Ereignis einen so wunderbaren Blog geschrieben hast!

    1. Vielen Dank, meine Liebe und die allerbesten Grüße, herzlich Gudrun

  4. Avatar von Veronika Kerle
    Veronika Kerle

    Liebe Gudrun, eine ganz gute und baldige Besserung. Vielen Dank für deine Einblicke jede Woche – Herzlichst – Veronika

    1. Dankeschön und alles Liebe, Veronika! Herzlich, Gudrun

  5. Avatar von Kathrin

    Liebe Gudrun,
    zuallererst: Rasche Besserung, tiefe Heilung und nachhaltiges Verinnerlichen des Gelernten wünsche ich dir von Herzen!
    Und dann: Welch großartiges Reframing dir da gelungen ist :-)) Dass du mit deiner optimistischen und positiven Energie diesem Sturz, der sicherlich mit vielen Schmerzen verbunden ist, auch Gutes abgewinnen kannst und du die Auszeit als Me-Time nützt, gratuliere! (Mir ist es allerdings auch recht gut gelungen, meine 6-wöchige Post-Meniskus-Quasi-Quarantäne mit viel kreativem Tun ohne Lagerkoller hinter mich zu bringen… Wenn man in den künstlerischen Flow kommt, dann darf die Welt draußen ruhig ein Stückerl zurückrücken, gell!?)
    Und so wünsche ich dir alles Liebe und schicke dir herzlich bunte Grüße ins Außerfern, Kathrin

    1. Liebe Kathrin, wie wundervoll, von dir zu hören. Danke, meine Liebe, deine Worte tun mir sehr gut. Eine 6-wöchige Quarantäne – da kann frau ja richtig froh sein, rechtzeitig mit künstlerischen und spielerischen, schreibenden und gestaltenden, lesenden und kochenden Leidenschaften intuitiv auf all das vorbereitet zu sein. 😁 Aus einem tief verschneiten Außerfern, das derzeit ganz in Weiß ist, grüßt dich herzlich Doc Paradiso

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