Tag der Bildung – oder warum mein Papa voll im Trend liegt

Foto: Friedrich_Schweiger

Wusstest du, dass der 24. Januar der Internationale Tag der Bildung ist?
2018 von der UNESCO ins Leben gerufen, erinnert er uns daran, dass Bildung weltweit alles andere als selbstverständlich ist. Millionen von Kindern und Erwachsenen haben keinen Zugang zu Lesen, Schreiben und Lernen – und damit zu vielfältigen Möglichkeiten.

Über Bildung in Österreich ließe sich endlos schreiben. Heute möchte ich den Blick jedoch bewusst auf uns Erwachsene richten – auf jene von uns, die noch mitten im Berufsleben stehen oder sich bereits in den sogenannten Freedom Years bewegen.

Kennst du das?
Im Stress des Alltäglichen neigen wir dazu, das Wesentliche auf den sogenannten Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben. Auf „wenn es ruhiger wird“. Auf die Pension. Wenn die Kinder groß sind. Wenn das Haus aufgeräumt ist.
Ich habe das auch getan – bis mir durch einen kurzen Zwischenstopp auf der Intensivstation vor einiger Zeit klar wurde, dass dieser Tag womöglich gar nicht eintritt.

Seitdem ist mein innerer Leitsatz ziemlich klar:
Tu, was du liebst. Und zwar möglichst bald.

Malen. Musik. Schreiben. Lyrik. Reisen. Botanical Drawing. Philosophie. Psychologie. Bewegung. Tanz. Die Interessensgebiete sind vielfältig.
Neugier ist kein Luxus – sie ist Lebendigkeit.

Und hier kommt mein Papa ins Spiel.
Er hat sein Leben lang gelernt. Still, konsequent, ohne großes Aufheben. Nach einer Art persönlichem Stundenplan: ein bisschen Sprachen, ein bisschen Wissenschaft, ein bisschen Steuern (dieses Interesse hat er mir nicht vererbt).
Ich wusste immer: Das ist gut. Das will ich auch.

„The pen is mightier than the sword.“ – meine Lieblingsfüllfeder – übrigens ein Geschenk meines Vaters.

Und nun entdecke ich auf Social Media einen Trend, der genau das feiert, was mein Vater schon immer praktiziert hat:
Develop your personal curriculum.

Erschaffe deinen eigenen Lehrplan.
Wähle deine „Fächer“, setze Schwerpunkte, variiere Rhythmen. Vielleicht ein Monat Literatur, ein Semester Kunst, ein Sommer Wissenschaft, was auch immer dein Herz und Hirn begehren. Ganz angepasst an dein Leben, deine Energie, deine Neugier.

Nun wird man dabei vielleicht auf skeptische Stimmen stoßen:
Wozu Sprachen lernen, wenn du gar nicht in dieses Land reist? Warum Kunst praktizieren, wenn du damit gar nicht in die Öffentlichkeit gehen möchtest?
Warum sich mit Wissenschaft befassen, wenn du sie (beruflich) gar nicht brauchst?

Für mich sind das seltsame Fragen.
Denn wir wissen:
a) Use it or lose it. – wenn wir unseren Verstand nicht fordern und fördern, können wir ihn, vor allem angesichts der derzeitigen weltpolitischen Situation, leicht verlieren. Gerade jetzt brauchen wir Klarheit.
b) Interesse erzeugt Flow. Wenn wir fasziniert sind von einem Thema, sind wir intrinsisch motiviert und können uns leicht und einfach in einen Flow- (sprich Glücks) Zustand hineinbegeben.
c) Bildung ist ein Wert an sich. Und ein Privileg, für das wir dankbar sein dürfen – und das wir vielleicht auch nutzen können, um alles ein kleines bisschen schöner zu machen. Wir können unseren freien Zugang dazu verwenden, durch unser Tun die Welt auch für andere zu verbessern, wie auch immer das aussehen kann – da bist du bestimmt kreativ.

Mein natürliches Habitat – Bücher – die gab es immer, zwar nicht so schön wie hier in einer Bibliothek in England, aber dafür reichlich.

Solltest du nun Lust haben, dich mit Schreiben und dem Leben und Lernen berühmter Frauen der Literatur zu befassen, von denen viele übrigens sehr gerne eine Möglichkeit zu Bildung gehabt hätten und um diese auf unterschiedliche Weise kämpfen mussten, möchte ich dich auf mein Programm „Phenomenal Women Write!“ aufmerksam machen. Eine Teilnehmerin hat mir gerade ein schönes Kompliment dazu geschickt: „So ein phänomenaler Kurs, so viele schöne Anregungen, so viel Erstaunliches entstanden!“ Sie hat nicht nur den gesamten Workshop mit allen Modulen absolviert, sondern ihr Journal dazu mit Bildern und Kunst ergänzt – ihr ganz persönliches Buch gestaltet – einfach großartig!

Apropos großartig – ich möchte heute euch allen ein Kompliment machen: Ihr seid wundervoll, mutig, klug und inspirierend – phenomenal women (und ein paar men) halt! Ich danke euch von Herzen dafür.

Der 24. Januar ist übrigens auch der Tag des Kompliments – ich will dich ermutigen, heute ebenso jemandem etwas Wertschätzendes zu sagen.

Alles Liebe,

Gudrun

Übrigens: Was lernst oder übst du gerade? Schreibe das doch bitte in die Kommentare – ich lese so gern von dir!

  1. Avatar von Maria Lorberau
    Maria Lorberau

    Danke für diesen inspirierenden Text liebe Gudrun. Ich beschäftige mich in den letzten Monaten bevorzugt mit den Themen Trauma, Atemarbeit und Embodiment.

    1. Sehr gerne, liebe Maria – deine Themen klingen sehr anspruchsvoll und wirksam. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sich psychische Phänomene im Körper zeigen. Viel Erfolg bei deinem Tun und ganz liebe Grüße, Gudrun

  2. Avatar von Heike Sommer
    Heike Sommer

    Liebe Gudrun, wenn Dein Newsletter im Mailpostkasten liegt, weiß ich, es ist Samstag – ich freue mich schon darauf. Das mit dem Lernen geht mir ähnlich, irgendwie lerne ich immer irgendwas neues. Momentan beschäftige ich mich damit, wie ich mir meine Zeit besser, anders, mehr an meinem Rhythmus orientiert gestalten kann sowie die für mich gerade wichtigsten Projekte am Tag auch wirklich umgesetzt bekomme neben dem Alltagsgedöns an Terminen, Aufgaben, Alltäglichkeiten etc. sowie meine kreative Ader genug Raum bekommt zum Ausleben. Da bin ich am ausprobieren, üben, umsetzen, wie es für mich stimmig und stimmiger wird. Herzlichen Gruß aus Thüringen Heike

    1. Liebe Heike,
      wie ich mich freue über deinen 1. Satz – dankeschön!
      Das Alltagsgedöns ist mächtig, weil oft dringend, aber im ersten Moment scheint es nicht wichtig (genug) zu sein. Ich denke, das ist die Schwierigkeit. Mir helfen dabei zwei Dinge: einerseits mein geliebtes Bullet-Journal, in dem ich Termine (auch mit mir und meiner Kreativität) festhalte und andererseits Gewohnheiten, und seien sie auch noch so klein – ein Wort, ein Strich, eine Bewegung – das geht immer.
      Ganz liebe Grüße ins wunderschöne Thüringen,
      Gudrun

  3. Liebe Gudrun,
    ich lese deinen mit viel Herzblut geschriebenen Blog mit großem Interesse und viel Freude und finde immer eine kleine oder größere Inspiration für die kommende Woche. Danke dafür!
    Lernen ist tatsächlich schön: Derzeit lerne ich (fast) täglich ca. eine Stunde Spanisch, um mich auf der geplanten Bolivienreise mit den Menschen dort verständigen zu können. Als Pensionistin kann ich mir die Zeit dafür nehmen und das ist einfach wunderbar.
    Gestern habe ich mit zwei Freundinnen mit einem deiner Women-Module begonnen. Und du hattest recht: Es entstehen interessante Gedanken und „Geschreibsen“.
    Mit herzlichen Grüßen
    Uli

    1. Liebe Uli,
      vielen Dank für deine Worte und dein Interesse und Mittun.
      Eine Stunde Spanisch täglich – das zeugt von größter Disziplin. Ich gratuliere dir dazu.
      Und ja, ich freue mich so, dass sich phänomenale Frauen finden und gemeinsam die Module durchleben – das ist eine großartige Ergänzung und Möglichkeit.

      Danke und hoffentlich auch auf bald, herzlich Gudrun

  4. Liebe Gudrun! Bin ein stiller Mitleser deiner schönen Artikel! Es wird mir immer ganz warm ums Herz, von dir soviel Positives zu lesen, was mir stets ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Wir sollten uns mit möglichst viel Positivem umgeben, aus dem wir Kraft schöpfen, um das nicht allzu Schöne damit besser ausblenden zu können. Deine Artikel animieren dazu sehr!
    Ich freue mich immer wieder sehr, von dir – in welcher Form auch immer – zu hören. Ganz liebe Grüße Michi

    1. Oh, wie lieb von dir Michi! Dankeschön! Und ja, das sehe ich genauso. Bring on the good and beautiful! And lots of it! Alles Liebe zurück und auf hoffentlich bald, Gudrun

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